Indikationen und Wirkmechanismus
Geodon (Ziprasidon) wird zur Behandlung von Schizophrenie sowie zur Kontrolle von manischen oder gemischten Episoden im Rahmen einer bipolaren Stoerung verwendet. Es zeigt eine hohe Affinitaet zu Dopamin-D2- sowie eine noch staerkere Affinitaet zu Serotonin-5-HT2A-Rezeptoren. Zudem hemmt es die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin im ZNS.
Die antipsychotische Wirkung beruht vor allem auf der Blockade von Dopamin- und Serotoninrezeptoren. Dadurch werden Wahn, Halluzinationen und Denkstoerungen gelindert und Stimmungslabilitaeten stabilisiert. Mehr zur sicheren Einnahme finden Sie unter Dosierung und Einnahme sowie zu Risiken unter Kontraindikationen.
Dosierung und Einnahme
Erhaeltliche Staerken in Deutschland: 20 mg, 40 mg, 80 mg. Uebliche Anfangsdosis bei Erwachsenen: zweimal taeglich 40 mg.
- Erhaltungsbereich: 80-160 mg pro Tag, aufgeteilt auf 2 Einnahmen.
- Maximaldosis: 160 mg pro Tag.
- Einnahmehinweis: Immer zu einer Mahlzeit einnehmen; die Nahrungsaufnahme verbessert die Aufnahme im Koerper deutlich.
- Leberfunktion: Bei Leberfunktionsstoerungen ist eine Dosisanpassung in Ruecksprache mit dem Arzt sinnvoll.
- Aeltere Patienten: Vorsicht und evtl. niedrigere Einstiegsdosen, engmaschige Ueberwachung.
Die konkrete Dosis wird individuell an Wirkung und Vertraeglichkeit angepasst. Bei Fragen zur Verträglichkeit oder bei auftretenden Nebenwirkungen siehe Nebenwirkungen.
Vorsichtsmaßnahmen
Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- erheblichen Leberfunktionsstoerungen
- Bradykardie oder anderen kardialen Vorerkrankungen
- Elektrolytstoerungen (v. a. Hypokaliaemie, Hypomagnesiaemie), diese vor Therapiebeginn ausgleichen
- Benommenheit/Schlaefrigkeit: Vorsicht beim Fuehren von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen
Hinweis: Gewicht, Blutzucker und Lipide sollten regelmaessig kontrolliert werden, auch wenn Ziprasidon im Vergleich zu manch anderem Antipsychotikum tendenziell weniger metabolische Effekte zeigt.
Kontraindikationen
Geodon darf nicht angewendet werden bei:
- bekannter Ueberempfindlichkeit gegen Ziprasidon oder einen Hilfsstoff
- QT-Verlaengerung (inkl. angeborenem Long-QT-Syndrom)
- kuerzlich aufgetretenem Myokardinfarkt oder dekompensierter Herzinsuffizienz
- gleichzeitiger Einnahme QT-verlaengernder Antiarrhythmika der Klassen IA oder III
Schwangerschaft/Stillzeit: Nur anwenden, wenn der zu erwartende Nutzen das potenzielle Risiko ueberwiegt. Stillen moeglicherweise unterbrechen. Anwendung bei unter 18-Jaehrigen ist nicht ausreichend untersucht.
Moegliche Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Ziprasidon Nebenwirkungen ausloesen. Nicht jede Person ist betroffen.
- Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaefrigkeit, Muedegefuehl
- Uebelkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall, Dyspepsie, Mundtrockenheit
- Erkaeltungsaehnliche Beschwerden, Infektionen der oberen Atemwege, Husten
- Palpitationen, Tachykardie, gelegentlich Hautausschlag
- Muskelverspannungen, Tremor, unwillkuerliche Muskelkontraktionen, Zuckungen
- Sehstoerungen, Asthenie, Appetitminderung
- selten: ausgepraegte QT-Verlaengerung mit Arrhythmien
- sehr selten: malignes neuroleptisches Syndrom, Spätdyskinesien
Suchen Sie aerztliche Hilfe, wenn Zeichen einer Herzrhythmusstoerung (z. B. Ohnmacht, ausgepraegtes Herzstolpern) auftreten. Weitere Interaktionsrisiken siehe Wechselwirkungen.
Wechselwirkungen
Die Kombination mit bestimmten Wirkstoffen kann gefaehrlich sein, insbesondere wegen QT-Verlaengerung. Folgende Arzneimittel sollten nicht zusammen mit Geodon eingenommen werden:
- Pimozid (Orap)
- Thioridazin (Mellaril)
- Sotalol (Betapace)
- Chinidin (Quinidex)
- Dofetilid (Tikosyn)
- Moxifloxacin (Avelox)
- Sparfloxacin (Zagam)
Weitere klinisch relevante Interaktionen:
- Carbamazepin (Tegretol) kann die Geodon-Wirkung abschwaechen.
- Ketoconazol (Nizoral) erhoeht die Geodon-Spiegel; aehnliches gilt fuer Itraconazol, Fluconazol.
- Makrolide wie Erythromycin, Clarithromycin sowie Verapamil und Diltiazem koennen die Spiegel erhoehen und das QT-Risiko beeinflussen.
- Vorsicht mit anderen ZNS-daempfenden Mitteln und Benzodiazepinen wegen additiver Schlaefrigkeit.
Im Zweifel vor Neueinnahme stets den behandelnden Arzt oder Apotheker kontaktieren.
Vergessene Dosis
Holen Sie die Einnahme nach, sobald Sie daran denken. Ist es fast Zeit fuer die naechste Dosis, ueberspringen Sie die vergessene Gabe und nehmen Sie das Arzneimittel wie gewohnt weiter ein. Keine doppelte Menge einnehmen.
Ueberdosierung
Moegliche Zeichen: Unruhe oder Angst, Schlaefrigkeit, Tremor, verwaschene Sprache, voruebergehender Bluthochdruck, Herzrhythmusstoerungen. Bei Verdacht auf Ueberdosierung sofort medizinische Hilfe veranlassen.
Aufbewahrung
In der Originalverpackung bei 15-30 Grad C lagern. Vor Licht und Feuchtigkeit schuetzen. Fuer Kinder und Haustiere unzugaenglich aufbewahren.
Alternativen und aehnliche Medikamente
Je nach Symptomprofil, Nebenwirkungsrisiken und Begleiterkrankungen kommen andere Antipsychotika in Betracht. Auswahl nur durch aerztliche Beurteilung. Beispiele:
- Quetiapin: haeufig bei bipolarer Depression und Schizophrenie; mehr Sedierung moeglich.
- Aripiprazol: partieller D2-Agonist; oft weniger Gewichtszunahme, mit Akathisie-Risiko.
- Risperidon: wirksam, daempft positive Symptome; moeglichere Prolaktinerhoehung.
- Olanzapin: potent, aber hoeheres Risiko fuer Gewichtszunahme und metabolische Effekte.
- Lurasidon: Option bei Schizophrenie und bipolarer Depression; Einnahme zu einer Mahlzeit noetig.
- Haloperidol: klassisches Antipsychotikum, nuetzlich bei Akutsituationen, mehr extrapyramidale NW.
Die Auswahl kann sich an individuellen Faktoren, bisherigen Ansprechen sowie an Erstattungs- und Richtlinienvorgaben orientieren.
Ungefaehre Preise in Deutschland (EUR)
Die tatsaechlichen Kosten haengen von Hersteller, Packungsgroesse (N1, N2, N3), Rabattvertraegen und Erstattung durch die gesetzliche oder private Krankenversicherung ab. Untenstehend grobe Richtwerte pro Packung:
- Ziprasidon 20 mg (z. B. N2, ca. 60 Kapseln): etwa 35-80 EUR
- Ziprasidon 40 mg (z. B. N2, ca. 60 Kapseln): etwa 45-95 EUR
- Ziprasidon 80 mg (z. B. N2, ca. 60 Kapseln): etwa 70-140 EUR
Vergleich mit Alternativen:
- Risperidon 2 mg (N2, ca. 60 Tab.): etwa 15-40 EUR
- Quetiapin 100 mg (N2, ca. 60 Tab.): etwa 15-50 EUR
- Olanzapin 10 mg (N2, ca. 56 Tab.): etwa 20-60 EUR
- Aripiprazol 10 mg (N2, ca. 56 Tab.): etwa 25-80 EUR
- Haloperidol 5 mg (N2): etwa 5-20 EUR
- Lurasidon 74 mg (N2): haeufig teurer, etwa 100-250 EUR
GKV-Versicherte leisten in der Regel eine gesetzliche Zuzahlung von 5-10 EUR pro Packung (10 Prozent, min. 5 EUR, max. 10 EUR), sofern das Praeparat nicht von der Zuzahlung befreit ist.
Rechtliche Hinweise fuer Deutschland
- Verschreibungspflicht: Ziprasidon ist verschreibungspflichtig gemaess AMVV und apothekenpflichtig nach AMG. Abgabe nur gegen gueltiges Rezept (Papier oder eRezept).
- Erwerb: Nur in Apotheken oder bei zugelassenen Versandapotheken mit EU-Sicherheitslogo und Eintrag im deutschen Versandhandelsregister des BfArM. Vorsicht vor nicht registrierten Online-Anbietern.
- Erstattung: Verordnung nach gaengigen Richtlinien (G-BA/AM-RL). Rabattvertraege koennen die abzugebende Marke bestimmen.
- Fahren und Maschinen: Bei Schlaefrigkeit kein Fahren; Beachtung der StVO. Aerztlichen Rat einholen, siehe Vorsichtsmaßnahmen.
- Reisen/Import: Private Einfuhr aus EU in haushaltsueblichen Mengen mit gueltiger Verordnung moeglich. Kein BtM, daher kein Schengen-Bescheinigungsbedarf; dennoch Nachweise mitfuehren.
- Keine Weitergabe: Arzneimittel nicht an Dritte abgeben. Off-label-Anwendungen nur in aerztlicher Verantwortung.
Weitere Hinweise zur sicheren Anwendung in den Abschnitten Wechselwirkungen und Kontraindikationen.