Kurzueberblick
Daliresp enthaelt den Phosphodiesterase-4-Hemmer Roflumilast. Es wird bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit schwerer COPD und chronischer Bronchitis eingesetzt, um Exazerbationen zu verringern. Es ist kein Bronchodilatator und nicht zur Behandlung eines akuten Anfalls von Atemnot geeignet.
Packungsstaerken: in der Praxis meist 500 mcg einmal taeglich. Bei Unvertraeglichkeit kann ein aerztlich gesteuertes Einschleichen in Betracht kommen. Konkrete Anpassungen duerfen nur aerztlich erfolgen.
Anwendung und Wirkung
Roflumilast senkt die Entzuendungsreaktion in den Atemwegen, was wiederum das Risiko von COPD-Exazerbationen reduziert. Die Wirkung entfaltet sich kontinuierlich bei regelmaessiger Einnahme. Es ersetzt keine schnell wirksamen Inhalatoren bei akutem Bronchospasmus.
Typische Patientengruppe: schwere COPD mit chronischer Bronchitis und haeufigen Exazerbationen trotz optimierter inhalativer Therapie.
Weiteres zu Sicherheitshinweisen s. Vorsichtsmaßnahmen und Kontraindikationen.
Dosierung
Nehmen Sie Daliresp gemaess aerztlicher Verordnung unveraendert ein. Uebliche Dosis: 500 mcg oral 1-mal taeglich, mit oder ohne Mahlzeit. Tablette unzerkaut mit Wasser einnehmen, moeglichst taeglich zur gleichen Zeit.
Wichtig: Nicht eigenstaendig Dosis veraendern, nicht laenger als verordnet einnehmen und nicht doppelt dosieren, um Auslassungen zu kompensieren (siehe vergessene Dosis).
Vorsichtsmaßnahmen
- Vorerkrankungen: Aerztin oder Arzt informieren bei Lebererkrankung, Depressionen, anderen psychischen Erkrankungen oder frueheren Suizidgedanken.
- Koerpergewicht: Roflumilast kann zu Gewichtsverlust fuehren. Regelmaessige Gewichtskontrollen sind sinnvoll, besonders bei Untergewicht.
- Schwangerschaft/Stillzeit: Nutzen-Risiko individuell aerztlich pruefen. Datenlage ist begrenzt; Stillende sollten medizinischen Rat einholen.
- Begleittherapien: Geben Sie eine vollstaendige Liste aller Arzneien, Vitamine und Pflanzenpraeparate an (Wechselwirkungen beachten).
Kontraindikationen
- Allergie oder Ueberempfindlichkeit gegen Roflumilast oder Hilfsstoffe.
- Mittelschwere bis schwere Leberfunktionsstoerung.
Im Zweifel aerztliche Ruecksprache halten, bevor die Therapie begonnen oder fortgesetzt wird.
Moegliche Nebenwirkungen
Brechen Sie die Einnahme nicht eigenstaendig ab. Suchen Sie bei bedrohlichen Reaktionen sofort aerztliche Hilfe.
- Schwerwiegend: allergische Reaktion mit Nesselsucht, Atemproblemen, Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen.
- Psychische Symptome: neue oder zunehmende Angst, depressive Verstimmung, Schlafstoerungen, Reizbarkeit, Impulsivitaet, Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid. Sofort medizinisch melden.
- Weitere ernste Zeichen: unbeabsichtigter schneller Gewichtsverlust, Zittern, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen.
- Haeufiger beobachtet: Uebelkeit, Durchfall, verminderter Appetit, leichter Gewichtsverlust, Kopfschmerzen, Schwindel, gelegentliche Schlafprobleme, Rueckenschmerzen, grippeaehnliche Beschwerden.
Bei anhaltenden oder belastenden Nebenwirkungen Aerztin oder Arzt informieren. Siehe auch Vorsichtsmaßnahmen.
Wechselwirkungen
Viele Arzneien koennen den Spiegel von Roflumilast beeinflussen. Informieren Sie Ihr Behandlungsteam ueber alle aktuellen und geplanten Medikamente.
- Starke Enzyminduktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Johanniskraut) koennen die Wirksamkeit abschwaechen.
- Enzyminhibitoren (z. B. Erythromycin, Ketoconazol, Fluvoxamin) koennen die Roflumilast-Spiegel erhoehen.
- Theophyllin und andere systemische PDE-Hemmer: moeglich erhoehte Nebenwirkungsrate, nur mit Vorsicht.
- Hormonelle Kontrazeptiva und weitere Dauermedikation: aerztlich pruefen lassen, ob Anpassungen noetig sind.
Diese Liste ist nicht vollstaendig. Eine individuelle Pruefung ist erforderlich.
Vergessene Dosis
Holen Sie die Einnahme nach, sobald Sie daran denken. Steht die naechste Einnahme kurz bevor, ueberspringen Sie die vergessene Dosis und fahren Sie mit dem gewohnten Schema fort. Keine Doppel- oder Zusatzdosen einnehmen.
Ueberdosierung
Suchen Sie umgehend aerztliche Hilfe. In Deutschland kann bei Verdacht auf Vergiftung zusaetzlich ein regionaler Giftnotruf kontaktiert werden. Symptome koennen u. a. Uebelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Zittern sein.
Aufbewahrung
- Fuer Kinder unzugaenglich aufbewahren.
- Bei Raumtemperatur, vor Feuchtigkeit und Hitze geschuetzt lagern.
- Arznei nicht an andere Personen weitergeben.
- Nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr verwenden, Entsorgung ueber die Apotheke erfragen.
Alternativen und aehnliche Medikamente
Daliresp ist ein PDE-4-Hemmer. Zur Vorbeugung von COPD-Exazerbationen stehen je nach Patientensituation weitere Therapieoptionen zur Verfuegung. Auswahl und Kombination erfolgen aerztlich, haeufig stufenweise:
- LAMA Monotherapie (langwirksame Anticholinergika): z. B. Tiotropium. Verringert Exazerbationen und verbessert Symptome.
- LABA/LAMA Kombinationen: z. B. Umeclidinium/Vilanterol, Tiotropium/Olodaterol. Geeignet bei anhaltender Symptomatik trotz Monotherapie.
- ICS/LABA Kombinationen: z. B. Budesonid/Formoterol, Fluticason/Vilanterol. Besonders bei COPD-Patienten mit eosinophiler Entzuendung und wiederholten Exazerbationen.
- Makrolid-Prophylaxe: z. B. Azithromycin bei ausgewaehlten Patientinnen und Patienten mit haeufigen Exazerbationen, unter sorgfaeltiger Nutzen-Risiko-Abwaegung.
- Theophyllin: heute eher Reserve aufgrund enger therapeutischer Breite und Wechselwirkungen.
- Roflumilast Generika: pharmakologisch gleichwertig zu Daliresp, sofern verfuegbar, oft kostenguensTiger.
Hinweis: Nicht alle Alternativen sind austauschbar. Ein Wechsel erfordert eine aerztliche Neubewertung von Nutzen, Risiken und Wechselwirkungen.
Preisueberblick in Deutschland (EUR, grobe Richtwerte)
Preise variieren je nach Packungsgroesse, Hersteller, Rabattvertraegen und Apothekenzuschlaegen. Gesetzlich Versicherte leisten ueblich eine Zuzahlung (mind. 5 EUR, max. 10 EUR, haeufig 10 Prozent des Preises), sofern kein Befreiungsstatus vorliegt.
- Daliresp/Roflumilast 500 mcg, ca. 30 Tabletten: etwa 70 - 120 EUR.
- Daliresp/Roflumilast 500 mcg, ca. 90 Tabletten: etwa 180 - 300 EUR.
- Roflumilast Generika (falls verfuegbar): oft ca. 40 - 100 EUR je nach Packung.
- Tiotropium (LAMA), 30 - 60 Dosen/Kapseln: etwa 45 - 90 EUR.
- LABA/LAMA Kombinationen: meist 70 - 130 EUR pro Monat.
- ICS/LABA Kombinationen: etwa 30 - 80 EUR je nach Staerke und Dosen.
- Azithromycin (Kurzzeitpackung): ca. 5 - 20 EUR.
- Theophyllin Retard: ca. 20 - 40 EUR pro Monat.
Dies sind Orientierungswerte zur Budgetplanung. Fuer konkrete Kosten inkl. Zuzahlung bitte in der Apotheke oder bei der Krankenkasse nachfragen.
Rechtliche Hinweise in Deutschland
- Verschreibungspflicht: Daliresp (Roflumilast) ist verschreibungspflichtig (Rx) und apothekenpflichtig. Abgabe nur gegen gueltiges Rezept, seit 2024 regulaer als E-Rezept moeglich.
- Erstattung: Bei medizinischer Notwendigkeit grundsaetzlich erstattungsfaehig in der gesetzlichen Krankenversicherung nach gueltigen Richtlinien. Zuzahlungspflicht kann bestehen.
- Online-Bezug: Versand nur ueber in Deutschland oder der EU zugelassene Versandapotheken erlaubt. Auf das EU-Guetesiegel achten. Keine Bestellung ohne Rezept.
- Einfuhr zum Eigenbedarf: Innerhalb der EU in der Regel bis zu einem ueblichen 3-Monats-Bedarf zulaessig. Aus Nicht-EU-Staaten gelten strengere Regeln; Betroffene sollten vorab die Zollbestimmungen pruefen.
- Verkehrstaechtigkeit: Bei Schwindel oder Schlafstoerungen Vorsicht im Strassenverkehr und beim Bedienen von Maschinen.
- Weitergabe: Arzneimittel duerfen nicht an Dritte abgegeben werden.
Im Zweifel Aerztin oder Arzt sowie Apotheke konsultieren. Beachten Sie zudem die Hinweise zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.