Ueberblick

Viagra ist ein Markenpraeparat mit dem Wirkstoff Sildenafil, einem Hemmer der Phosphodiesterase-5. Es unterstuetzt die natuerliche sexuelle Reaktion, indem es die Wirkung von Stickstoffmonoxid in den Schwellkoerpern des Penis verstaerkt und so einen vermehrten Blutfluss ermoeglicht. Eine Erregung ist weiterhin erforderlich, damit der Effekt eintritt. Sildenafil wird zudem in anderer Dosierung und unter anderem Markennamen zur Behandlung des pulmonal-arteriellen Hypertonus verwendet.

Standardverfuegbare Staerken: 25 mg, 50 mg und 100 mg. Ausfuehrliche Anwendungshinweise finden Sie unter Dosierung und Einnahme; gesetzliche Aspekte stehen im Abschnitt Recht in Deutschland.

Wirkstoff und Zusammensetzung

Aktiver Bestandteil von Viagra: Sildenafil. Hilfsstoffe variieren je nach Hersteller und Staerke. Bei bekannter Ueberempfindlichkeit gegen Sildenafil oder einen Bestandteil des Praeparats darf das Mittel nicht angewendet werden (vgl. Kontraindikationen).

Indikationen

Hauptanwendungsgebiet von Viagra ist die Therapie der Erektionsstoerung bei erwachsenen Maennern. Sildenafil in gesonderter Darreichungsform wird auch bei pulmonal-arterieller Hypertonie eingesetzt. Eine Anwendung zu Leistungssteigerungszwecken im Sport ist nicht vorgesehen. Beachten Sie dazu die Hinweise unter Recht in Deutschland.

Dosierung und Einnahme

Allgemein uebliche Anfangsdosis fuer erektile Dysfunktion: 50 mg, etwa 30 bis 60 Minuten vor der geplanten sexuellen Aktivitaet. Je nach Wirkung und Vertraeglichkeit kann auf 25 mg reduziert oder bis 100 mg gesteigert werden. Nicht mehr als eine Einnahme pro Tag.

Hinweise zur Einnahme:

  • Fettreiche Mahlzeiten koennen den Wirkeintritt verzoegern.
  • Grapefruit und Grapefruitsaft meiden, da Wechselwirkungen moeglich sind.
  • Sexuelle Stimulation ist erforderlich, sonst tritt keine Wirkung ein.

Die Angaben sind informativer Natur. Aerztliche Ruecksprache ist erforderlich, insbesondere wenn Begleiterkrankungen oder Begleitmedikationen vorliegen. Bei pulmonal-arterieller Hypertonie gelten andere Schemata, die aerztlich festgelegt werden.

Vorsichtsmassnahmen

Teilen Sie Ihrer Aerztin oder Ihrem Arzt vor der Anwendung mit, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kuerzlich erlittenen Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Blutdruckprobleme (sehr niedrig oder unkontrolliert hoch)
  • Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Augenerkrankungen wie retinitis pigmentosa oder vorausgegangener NAION
  • Neigung zu Priapismus, z. B. bei Sichelzellanamie, Multiples Myelom, Leukamie
  • Anatomische Deformitaet des Penis (z. B. Peyronie-Krankheit)
  • Alter: Aeltere Menschen koennen empfindlicher reagieren

Bei unerwarteten Seh- oder Hoerstörungen, anhaltender oder schmerzhafter Erektion ueber 4 Stunden oder Brustschmerzen ist die Einnahme zu beenden und unverzueglich medizinische Hilfe zu suchen.

Kontraindikationen

  • Gleichzeitige Anwendung von organischen Nitraten oder NO-Donatoren (z. B. Nitroglycerin) sowie sogenannten Poppers (Amyl- oder Butylnitrit)
  • Einnahme von guanylatzyklase-Stimulatoren wie Riociguat
  • Bekannte Ueberempfindlichkeit gegen Sildenafil
  • Anwendung bei Frauen oder Kindern zur Behandlung der ED ist nicht vorgesehen

Moegliche Nebenwirkungen

Viele Anwender berichten ueber gute Vertraeglichkeit. Hauefige, meist milde Nebenwirkungen koennen sein:

  • Roetung und Waermegefuehl
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden, Uebelkeit oder Durchfall
  • Verstopfte oder laufende Nase
  • Schwindel

Selten, aber relevant: Sehstörungen (z. B. Blaustich), abrupter Hoerverlust, Priapismus. Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (Atemnot, Schwellungen, Nesselsucht) sofort Notfallmedizin rufen.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Aerztin/Arzt und Apotheke ueber alle Arzneimittel und Nahrungsergaenzungen. Besonders zu beachten:

  • Nitrate/NO-Donatoren und Poppers: kontraindiziert, Gefahr eines starken Blutdruckabfalls
  • Alpha-Blocker oder antihypertensive Mittel: Risiko fuer symptomatische Hypotonie
  • Starke CYP3A4-Hemmer (z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Erythromycin, Ritonavir): erhoehte Sildenafil-Spiegel
  • Grapefruitprodukte: koennen den Abbau hemmen und die Wirkung verstaerken
  • Alkohol: kann die erektile Funktion weiter beeintraechtigen und Nebenwirkungen verstaerken

Weitere Details erhalten Sie in Ihrer Apotheke. Bei Unsicherheit vor Einnahme Ruecksprache halten.

Vergessene Einnahme

Viagra wird bei Bedarf eingenommen. Eine feste Dosierplanung ist fuer ED nicht erforderlich. Nehmen Sie nicht zusaetzlich eine Dosis ein, um eine vergessene Einnahme auszugleichen.

Ueberdosierung

Bei Verdacht auf Ueberdosierung sofort aerztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Moegliche Zeichen:

  • Brustschmerzen
  • Uebelkeit
  • Unregelmaessiger Herzschlag
  • Schwindel oder Ohnmacht
  • Ausgepraegte Blutdrucksenkung

Lagerung

Aufbewahrung bei 20 bis 25 Grad Celsius, kurzfristig sind 15 bis 30 Grad meist zulaessig. Vor Feuchtigkeit und direktem Licht schuetzen. Nicht im Badezimmer lagern. Fuer Kinder und Haustiere unzugaenglich aufbewahren.

Alternativen und aehnliche Medikamente

Neben Viagra mit Sildenafil gibt es weitere PDE-5-Hemmer. Die Wahl haengt u. a. von Wirkeintritt, Wirkdauer, Vertraeglichkeit, Begleiterkrankungen und Wechselwirkungen ab. Besprechen Sie Optionen mit Ihrer Aerztin oder Ihrem Arzt.

  • Avanafil (Spedra): schneller Wirkeintritt, oft ab ca. 15 bis 30 Minuten, kuerzere Wirkdauer
  • Tadalafil (Cialis): lange Wirkdauer bis zu 36 Stunden, auch als Tagesdosis 2.5 bis 5 mg verfuegbar
  • Vardenafil (Levitra): aehnliche Dauer wie Sildenafil, etwas unterschiedlicher Wirkeintritt
  • Generisches Sildenafil: gleicher Wirkstoff wie Viagra, meist guenstiger

Weitere Therapieansaetze koennen je nach Ursache der ED sinnvoll sein, etwa psychosexuelle Beratung, Lebensstilmodifikation oder mechanische Hilfsmittel. Bei pulmonal-arterieller Hypertonie kommen andere, spezialisierte Schemata und Wirkstoffklassen zum Einsatz.

Preisueberblick in Deutschland (Richtwerte)

Die tatsaechlichen Apothekenpreise koennen je nach Anbieter, Packungsgroesse und Rabattvertrag variieren. Folgende Spannbreiten dienen der groben Orientierung pro Tablette:

  • Viagra 50 mg oder 100 mg (Marke): etwa 12 bis 20 EUR
  • Sildenafil-Generika 50 mg: circa 1.5 bis 5 EUR
  • Sildenafil-Generika 100 mg: circa 2 bis 6 EUR
  • Tadalafil-Generika 10 bis 20 mg: etwa 1.5 bis 5 EUR; Cialis Marke: ca. 12 bis 20 EUR
  • Vardenafil (Generika): rund 2 bis 6 EUR; Levitra Marke: haeufig 10 bis 18 EUR
  • Avanafil (Spedra): etwa 10 bis 18 EUR

Bei Tagesdosen, z. B. Tadalafil 2.5 bis 5 mg, ergeben sich abweichende Kosten pro Tag. Online- und Versandapotheken koennen abweichende Preise ausweisen; beachten Sie die rechtlichen Anforderungen unter Recht in Deutschland.

Recht in Deutschland: Kauf und Verwendung

  • Verschreibungspflicht: Viagra und andere PDE-5-Hemmer sind verschreibungspflichtig. Eine gueltige aerztliche Verordnung ist fuer den Bezug in der Apotheke erforderlich.
  • Online- und Versandapotheken: Nur bei in Deutschland oder der EU zugelassenen und registrierten Versandapotheken bestellen. Achten Sie auf das EU-Sicherheitslogo, das auf die offizielle Registerseite verlinkt. In Deutschland fuehrt BfArM das Versandhandelsregister.
  • Importregelungen: Die Bestellung verschreibungspflichtiger Arzneimittel aus Nicht-EU-Laendern per Post ist grundsaetzlich unzulaessig. Innerhalb der EU ist der Bezug nur ueber zugelassene Versandapotheken mit Vorlage des Rezepts zulaessig.
  • Mengenbegrenzung: Fuer den persoenlichen Bedarf ueblich sind hoechstens Mengen fuer einige Wochen bis etwa 3 Monate, vorbehaltlich Apotheken- und Zollpruefung.
  • Faelschungspraevention: Unlizenzierte Webseiten bergen ein erhebliches Risiko gefaelschter oder verunreinigter Produkte. Kaufen Sie nur ueber autorisierte Quellen.
  • Verkehrsteilnahme: Bei Schwindel oder Sehstörungen kein Fahrzeug fuehren oder Maschinen bedienen.
  • Sportrechtlicher Hinweis: Sildenafil ist nach aktuellem WADA-Status nicht generell verboten. Dennoch koennen nationale Anti-Doping-Regeln und medizinische Ausnahmegenehmigungen relevant sein. Leistungsmissbrauch ist medizinisch nicht indiziert.

Im Zweifel an Apotheke oder Aerztin/Arzt wenden. Weitere grundsaetzliche Hinweise finden Sie in der Haftung.