Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die individuelle Beratung durch Ihre Aerztin oder Ihren Arzt. Nutzen Sie die internen Verweise, um schnell zu einzelnen Abschnitten zu springen.

Kurzueberblick

Estrace ist ein oestrogenhaltiges Arzneimittel zur hormonellen Behandlung, dessen Wirkstoff Estradiol ist. Es wird vor allem bei Beschwerden der Frauengesundheit eingesetzt, etwa in der Menopause oder zur Vorbeugung gegen Osteoporose, wenn eine Oestrogentherapie angezeigt ist.

  • Verfuegbare Staerken: 1 mg, 2 mg
  • Relevante Einsatzgebiete: Frauengesundheit, Osteoporosepraevention, antiinflammatorische Effekte im Rahmen spezifischer Indikationen
  • Wirkstoff: Estradiol

Mehr zu speziellen Sicherheitshinweisen finden Sie unter Vor der Einnahme mitteilen und Wechselwirkungen.

Vor der Einnahme mitteilen

Informieren Sie Ihre Aerztin oder Ihren Arzt vor Beginn der Therapie mit Estrace, falls einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

  • Schlaganfall in der Vorgeschichte
  • Brustkrebs, Gebaermutter-, Eierstock-, Leber-, Zervix- oder Endometriumkarzinom
  • Demenz
  • Gefaesserkrankung oder bereits aufgetretene Blutgerinnsel
  • Migräne oder starke Kopfschmerzen
  • Diabetes
  • Gallenblasenerkrankung
  • Herzerkrankung oder kuerzlich erlittener Herzinfarkt
  • Erhoehter Cholesterinspiegel
  • Hoher Blutdruck
  • Erhoehter Kalziumspiegel im Blut
  • Lebererkrankung
  • Nierenerkrankung
  • Raucherin
  • Unerklaerte vaginale Blutungen
  • Systemischer Lupus erythematodes SLE
  • Allergien gegen Oestrogene, andere Hormone oder Hilfsstoffe
  • Hysterektomie vorhanden oder nicht
  • Schwanger, vermutete Schwangerschaft oder Kinderwunsch
  • Stillzeit

Wenn Sie spezielle Fragen zur individuellen Eignung haben, wechseln Sie zu Rechtliche Hinweise in Deutschland und lesen Sie die Hinweise zur sicheren Beschaffung.

Einnahme und Anwendung

Estrace wird oral eingenommen. Um Uebelkeit zu reduzieren, kann die Einnahme zu einer Mahlzeit erfolgen. Halten Sie sich an die Anweisungen auf dem Etikett und nehmen Sie das Praeparat taeglich zur gleichen Uhrzeit ein. Verwenden Sie es nicht haeufiger oder in hoeherer Dosis als verordnet.

Kinder und Jugendliche: Wenden Sie sich an eine paediatrische Fachperson, bevor Sie das Arzneimittel bei Minderjaehrigen einsetzen.

Zu jeder Verordnung und Wiederholungsverordnung wird ein Patientinnen-Informationsblatt mitgegeben. Bitte lesen Sie dieses bei jeder Abgabe erneut aufmerksam, da es aktualisiert werden kann.

Ueberdosierung: Falls Sie eine zu hohe Menge eingenommen haben, wenden Sie sich umgehend an den Giftnotruf oder die Notaufnahme.

Vergessene Dosis

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie diese moeglichst bald nach. Liegen weniger als 4 Stunden bis zur naechsten geplanten Dosis, nehmen Sie nur diese naechste Dosis ein und lassen Sie die vergessene Dosis aus. Nehmen Sie keine doppelte Menge.

Wechselwirkungen

Nicht zusammen anwenden mit den folgenden Arzneimitteln, sofern nicht ausdruecklich aerztlich angeordnet:

  • Aromatasehemmer wie Letrozol, Exemestan, Anastrozol, Testolacton, Aminoglutethimid

Estrace kann ausserdem mit weiteren Wirkstoffen interagieren. Sagen Sie Ihrer Aerztin oder Ihrem Arzt, falls Sie eines der folgenden Mittel nutzen:

  • Rifampicin, Rifabutin oder Rifapentin
  • Johanniskraut
  • Itraconazol oder Ketoconazol gegen Pilzinfektionen
  • Warfarin
  • Ritonavir
  • Carbamazepin
  • Bestimmte Barbiturate oder Benzodiazepine zur Sedierung oder gegen Krampfanfalle
  • Grapefruitsaft
  • Antibiotika aus ausgewaehlten Klassen zur Infektbehandlung
  • Raloxifen oder Tamoxifen

Diese Auflistungen sind nicht vollstaendig. Geben Sie deshalb immer alle eingenommenen Arzneien, freiverkaeuflichen Praeparate, Pflanzenmittel und Diaetprodukte an. Hinweise zu laufender Kontrolle finden Sie unter Worauf achten.

Worauf achten waehrend der Behandlung

Regelmaessige Kontrolluntersuchungen sind wichtig: Vereinbaren Sie Vorsorge mit Brust- und Beckenuntersuchung sowie Pap-Test. Besprechen Sie mit Ihrer aerztlichen Fachperson, wie haeufig Mammografien sinnvoll sind.

Fluessigkeitsretention ist moeglich und kann Schwellungen an Fingern, Haenden oder Knochel verursachen. Ein Blutdruckanstieg ist denkbar. Suchen Sie aertliche Hilfe, wenn Sie Zeichen einer ausgepraegten Wassereinlagerung bemerken.

Bei Verdacht auf Schwangerschaft die Einnahme sofort abbrechen und medizinischen Rat einholen.

Rauchen erhoeht das Risiko fuer Blutgerinnsel und Schlaganfall, besonders ueber 35 Jahren. Es wird dringend abgeraten zu rauchen.

Kontaktlinsentraegerinnen, die Aenderungen des Sehens oder Unbequemlichkeit feststellen, sollten augenaerztlichen Rat einholen.

Estradiol kann das Risiko einer Endometriumhyperplasie erhoehen, die zu Gebaermutterkrebs fuehren kann. Bei nicht entfernter Gebaermutter wird haeufig ein Gestagen zusaetzlich verordnet, um dieses Risiko zu senken. Die kombinierte Gabe aus Oestrogen und Gestagen kann jedoch eigene Risiken bergen. Besprechen Sie Nutzen und Risiken der Kombinationstherapie mit Ihrer Aerztin oder Ihrem Arzt.

Vor geplanten Operationen kann es erforderlich sein, Estrace voruebergehend abzusetzen. Holen Sie fruehzeitig eine medizinische Ruecksprache ein.

Moegliche Nebenwirkungen

Ernsthafte Nebenwirkungen - sofort aerztlich abklaeren

  • Atemnot
  • Stoerungen der Sprache oder des Verstehens, Verwirrtheit
  • Ploetzliche Taubheit oder Schwaeche im Gesicht, Arm oder Bein
  • Starke Kopfschmerzen
  • Brustschmerz
  • Schmerz, Schwellung oder Waerme im Bein
  • Gelbfärbung von Haut oder Augen
  • Sehr dunkler Urin
  • Heller Stuhl
  • Rechter Oberbauchschmerz
  • Ungewoehnliche Veraenderungen der Brust oder Ausfluss aus der Brust
  • Sehstoerungen
  • Ungewoehnliche vaginale Blutungen
  • Ueberempfindlichkeitsreaktionen wie Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht oder Schwellungen im Gesicht, an Lippen oder Zunge
  • Schwindel, Gleichgewichtsstoerungen oder Gehstoerungen
  • Allgemeines Krankheitsgefuehl, grippeahnliche Symptome
  • Uebelkeit und Erbrechen

Haeufiger, meist milde - beobachten und bei Bedarf aerztlich besprechen

  • Zunahme von Hunger oder Durst
  • Haarausfall
  • Erhoehte Harnausscheidung
  • Zeichen einer vaginalen Infektion wie Juckreiz, Reizung oder ungewoehnlicher Ausfluss
  • Ausgepraegte Muedeigkeit oder Schwäche

Wenn Sie unsicher sind, ob ein Symptom zusammenhaengt, lesen Sie Wechselwirkungen oder wenden Sie sich an medizinisches Fachpersonal.

Aufbewahrung

Arzneimittel fuer Kinder unzugaenglich aufbewahren.

Bei Raumtemperatur zwischen 20 und 25 Grad C lagern. Vor Licht schuetzen und die Verpackung gut verschliessen. Nicht mehr verwenden nach Ablauf des Verfallsdatums.

Alternativen und aehnliche Medikamente

Bei Unvertraeglichkeit, speziellen Praeferenzen oder je nach Behandlungsziel koennen Alternativen sinnvoll sein. Die Auswahl erfolgt individuell nach aertlicher Bewertung:

Weitere Estradiol-Formen

  • Transdermale Pflaster mit Estradiol, z.B. Estradot oder Generika - konstante Spiegel, guenstig bei erhoehtem Risiko fuer Thrombosen
  • Estradiol-Gel oder -Spray, z.B. Oestrogel, Estreva - flexible Dosierung, hautaufgetragen
  • Vaginale Tabletten, Ringe oder Cremes mit Estradiol, z.B. Vagifem - vor allem bei lokalen urogenitalen Beschwerden

Andere Hormontherapien

  • Estradiolvalerat als Tablette, z.B. frueher Progynova - prodrug von Estradiol
  • Kombinationen aus Oestrogen und Gestagen, z.B. mit Dydrogesteron oder Medroxyprogesteron - noetig, wenn die Gebaermutter erhalten ist
  • Tibolon - synthetisches Steroid mit oestrogenen, gestagenen und androgenen Effekten, nicht fuer alle Patientinnen geeignet

Nicht hormonelle Optionen je nach Ziel

  • Vasomotorische Symptome: in Einzelfaellen SSRI oder SNRI, Gabapentin oder Clonidin - teils Off-Label, aertlich pruefen
  • Osteoporosepraevention und -therapie: Bisphosphonate wie Alendronat oder Risedronat, Denosumab, Teriparatid - Auswahl nach Frakturrisiko
  • SERM: Raloxifen - kann Knochen schuetzen, ist jedoch nicht fuer Hitzewallungen geeignet

Weitere Hinweise zur erstattungsfaehigen Auswahl und zur sicheren Beschaffung siehe Rechtliche Hinweise und Preise.

Preise in Deutschland - grobe Orientierung in EUR

Die endgueltigen Kosten haengen von Produkt, Packungsgroesse, Rabattvertraegen und Ihrer Krankenversicherung ab. Gesetzlich Versicherte leisten ueblicherweise eine Zuzahlung von 5 bis 10 EUR pro Packung, sofern nicht befreit. Unversicherte oder Selbstzahlerinnen zahlen den Apothekenverkaufspreis.

  • Estradiol Tabletten 1 mg oder 2 mg, z.B. Estrace oder Generika: etwa 15 bis 40 EUR pro Packung je nach Stueckzahl
  • Transdermale Estradiolpflaster: ca. 20 bis 50 EUR pro 8 bis 24 Pflaster
  • Estradiol-Gel: ungefaehr 15 bis 30 EUR pro Tube
  • Vaginale Estradiolpraeparate wie Vagifem: etwa 20 bis 35 EUR pro Packung
  • Alternativen: Raloxifen je nach Groesse ca. 20 bis 60 EUR, Bisphosphonate wie Alendronat oft 10 bis 30 EUR

Die Spannen dienen nur der Orientierung. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach dem tatsaechlichen Preis und moeglichen guenstigeren Generika.

Rechtliche Hinweise in Deutschland

  • Verschreibungspflicht: Estradiol-haltige Praeparate wie Estrace sind in Deutschland verschreibungspflichtig gem. AMVV und duerfen nur gegen gueltiges Rezept abgegeben werden.
  • Bezugsquellen: Abgabe ausschliesslich in Apotheken vor Ort oder in zugelassenen Versandapotheken. Achten Sie bei Online-Apotheken auf das EU-Sicherheitslogo und das deutsche Versandapothekenregister.
  • E-Rezept: Elektronische Rezepte werden von vielen Apotheken akzeptiert. Bringen Sie bei Bedarf Ihre eGK und den Rezeptcode mit.
  • Import: Der private Bezug aus anderen EU-Staaten ist ueber zugelassene Versandapotheken zulaessig. Einfuhr aus Drittlaendern ist streng reglementiert und ohne Erlaubnis oft unzulaessig.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Oestrogene sind kontraindiziert in der Schwangerschaft. Bei Stillzeit nur nach aerztlicher Prüfung einsetzen.
  • Pharmakovigilanz: Nebenwirkungen koennen u.a. dem BfArM gemeldet werden. Nutzen Sie die in der Packungsbeilage genannten Meldewege.
  • Erstattung: Bei medizinischer Indikation ist in der Regel die Erstattung durch die GKV moeglich, Zuzahlungsregelungen beachten.

Beachten Sie stets die Packungsbeilage und folgen Sie individuellen aerztlichen Anweisungen. Im Zweifel wenden Sie sich an Ihre Aerztin oder Ihren Arzt. Lesen Sie zu moeglichen Interaktionen den Abschnitt Wechselwirkungen.